20.02.2024

Turbulentes 2024 für FC Baden

Rückblicke, Augenblicke und Seitenblicke einer Reporter-Legende

Seit dem Aufstieg des FC Aarau im Jahr 1981 begleitet Sportreporter Ruedi Kuhn den Verein auf Schritt und Tritt. Den FC Baden kennt er als Autor des Jubiläumsbuchs 125 Jahre FCB wie seine Vestentasche. In der Kolumne „Kommt Zeit, kommt Kuhn“ analysiert er die Geschehnisse der zwei Aargauer Aushängeschilder, berichtet auch über den Aargauer Amateurfussball und erinnert sich an spektakuläre Episoden und spezielle Treffen mit Persönlichkeiten aus der Fussballszene. In seiner aktuellen Kolumne wagt Kuhn einen Ausblick auf die laufende Rückrunde des FC Baden. In der rechten Spalte finden Sie alle bisher erschienenen Kolumnen.

«Wir sind gekommen, um zu bleiben», sagt FC Baden-Präsident Heinz Gassmann im Grusswort vor dem mit 0:1 verlorenen Heimspiel gegen den FC Schaffhausen.

Der Verbleib in der Challenge League ist also das sportliche Ziel des Mannes, der den FC Baden innert zwei Jahren von der 1. Liga in die zweithöchste Spielklasse geführt hat. Eine (fast) unlösbare Aufgabe! Das Spiel gegen Schaffhausen hat die Stärken und Schwächen des Tabellenletzten in aller Deutlichkeit aufgezeigt. Die Stärken: Die Handschrift von Trainer Michael Winsauer war zu erkennen. Der Österreicher hat seine Mannschaft taktisch gut eingestellt. Es herrschte Ordnung auf dem Platz. Disziplin war das oberste Gebot. Die Spieler haben die Aufgabe im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfüllt. Hätte Davide Giampa die beste Badener Chance zu Beginn der zweiten Halbzeit genützt, wäre sogar mehr als eine knappe Niederlage drin gelegen.

Der FC Baden macht seine Sache ordentlich. Dennoch wird es wohl nicht für den Ligaerhalt reichen. Die Zeichen stehen auf Abstieg! Warum? Ganz einfach: Der Klassenunterschied der Promotion League im Vergleich zur Challenge League ist weitaus grösser als jener von der 1. Liga zur Promotion League. Im Endeffekt ist es eine Frage der Qualität. Und diese Qualität reicht trotz Transfers während der Winterpause von Lavdim Zumberi, Tobias Pachonik und Marvin Spielmann, der gegen Schaffhausen ohne Wirkung blieb, nicht aus. Am Samstag empfängt der FC Baden mit Stade Nyonnais den zweiten Aufsteiger. Nyon schwächelt momentan, kassierte zuletzt gegen Schaffhausen (0:3) und Xamax (0:2) zwei empfindliche Heimniederlagen. Klar also, dass für die Badener das Duell gegen Nyon im Abstiegskampf wegweisenden Charakter hat.

Für den Baden wird 2024 nicht nur auf dem Spielfeld zu einer grossen Herausforderung. Der Verein wird auch neben dem Spielfeld gefordert sein. Gassmann feierte am vergangenen Sonntag seinen 72. Geburtstag. Er macht sich seit geraumer Zeit Gedanken zum Präsidentenamt. Zum Zeitpunkt seines Rücktritts äussert er sich nicht. Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht: Gassmanns Rücktritt steht bevor. Die gute Nachricht: Sollte Gassmann im August tatsächlich das Zepter übergeben, wird er seinen Nachfolger behutsam aufbauen. In der Gerüchteküche wird der aktuelle Vizepräsident Gianmarco Coluccia als neuer Präsident gehandelt. Klar ist: Gassmann wird den FC Baden nicht im Stich lassen und auch nach seinem Rücktritt mithelfen, treue Sponsoren zu pflegen, neue Sponsoren zu rekrutieren und den Finanzhaushalt im Gleichgewicht zu halten. So oder so: 2024 wird für den FC Baden ein turbulenten Jahr. Auf und neben dem Spielfeld.