Aargauischer Fussballverband

Ein SR-Talentweekend der besonderen Art

Anfang Jahr war es wieder soweit: Die ambitionierten Nachwuchs-Schiedsrichter aus dem Innerschweizerischen Fussballverband (IFV) und dem Aargauischen Fussballverband (AFV) trafen sich zum alljährlichen Talentweekend. Was ursprünglich auf 1’775 Meter über Meer hätte stattfinden sollen, wurde nun virtuell auf digitalem Wege durchgeführt.

Auch wenn hier Corona ein physisches Talentweeekend verunmöglichte, so haben die Organisatoren dennoch einen ausserordentlichen Talenttag auf die Beine stellen können. Das Talentwochenende findet jeweils ein Mal im Jahr, vor dem Beginn der Rückrunde, statt. Bei diesem Anlass werden die besten Schiedsrichter aus der Region in Theorie- und Sportlektionen weitergebildet, sodass sie dann zum Rückrundenstart bestens performen können.

Interessante Diskussionen zwischen den beiden Talentgruppen
Johannes von Mandach - Talentverantwortlicher AFV - begrüsste zusammen mit Nicolas Müller vom IFV die Teilnehmenden, die nun zuhause sassen und gespannt auf den Tag waren. Nach einigen Informationen zu den anstehenden Lektionen ging es dann auch schon Schlag auf Schlag los und der Kurs begann mit dem traditionellen Regeltest. Nachdem die Talente den Regeltest gelöst hatten, folgte die Besprechung der kniffligen Fragen im Plenum. Anschliessend begann die erste Theorielektion, abgehalten von Nicolas Müller (IFV) zu den «Low vs. High Tackles». In diesem Block erarbeiteten sich die Talente ein Kriterienraster, wie sie die hohen Foulspiele (oberhalb vom Hüftbereich) und die tiefen Tacklings (unterhalb vom Hüftbereich) disziplinarisch zu ahnden haben. In verschiedenen Gruppen, gemischt mit Talenten aus beiden Regionen, betrachtete man diverse Videoszenen am Computer und besprach die Tacklings gemeinsam. So konnten lebendige und interessante Diskussionen zwischen den beiden Talentgruppen stattfinden.

Selbstverständlich durfte auch der sportliche Bereich nicht fehlen. Hierfür konnte man mit Melina Carellis, eine professionelle Instruktorin von «med&motion» aus Aarau begrüssen. Es folgte nun eine 45-minütige Sporteinheit in den eigenen vier Wänden mit unterschiedlichen Kraft- und Dehnübungen. Schliesslich war es dann auch schon Mittagszeit und die Talente durften sich nun zuhause selbst verpflegen.

«Wann und wie ignoriere, manage und bestrafe ich?»
Nach der Mittagspause war es dann Zeit für den zweiten Theorie-Teil des Tages. Johannes von Mandach (AFV) hatte mit «Management of the Game» ein anregendes Gebiet für die Talente vorbereitet. Nebst den physischen und regeltechnischen Fähigkeiten gehört bei den Schiedsrichtern auch die Persönlichkeitsentwicklung zu einem wichtigen Punkt in der Schiedsrichterausbildung. In dieser Lektion wurden die drei Bereiche «ignore», «manage» und «punish» vorgestellt. Die Schiedsrichter lernten, wie man auf dem Platz gewisse Dinge besser ignorieren oder managen kann und wie man bei anderen Situationen keine Wahl hat und sie disziplinarisch bestrafen muss. Wiederum trafen sich die Mitglieder in Gruppen und haben eine Auswahl von Videoszenen, die aus der Hinrunde und selbst aufgenommenen Spielen der Talentschiedsrichter stammten, analysiert und gemeinsam besprochen. Wobei die zentrale Frage war: «Wann und wie ignoriere, manage und bestrafe ich?». Im Plenum wurde dann wieder zusammengetragen und ein roter Faden erarbeitet. Die Schiedsrichter haben gelernt, wie sie heiklen und giftigen Spielsituationen begegnen und sie diese gut lösen können. So wurde in der Persönlichkeitsschulung für die lernhungrigen Talente wiederum eine exzellente Schulung ermöglicht. Abschliessend folgten noch einige Schlussworte zum gelungenen und speziellen Tag.

Auch wenn das Wochenende dieses Jahr gezwungenermassen auf einen Tag reduziert worden ist, liessen die Instruktoren nichts ausser Acht. Nichtsdestotrotz wurde den Referees ein lehrreicher und beachtenswerter Kurs ermöglicht. An dieser Stelle vielen Dank an die Talentverantwortlichen Nicolas Müller und Johannes von Mandach. 

Jetzt gilt es nur noch zu hoffen, dass auch bald auf den Fussballplätzen gespielt werden darf. Die Talentschiedsrichter sind schon mal bereit und freuen sich, wie alle anderen Fussballliebhaber, wenn es endlich wieder losgehen kann! (AFV/IFV)

Die Talente waren trotz Online-Umgebung sportlich aktiv.

 

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