Aargauer Fussballverband

Der Aargauer Fussball lebt!

Beeindruckende Zuschauerzahlen, ein gebrochener Aufstiegsfluch und ein neuer Erstligist: Der Aargauer Fussball erlebt Hochkonjunktur. Dies ist das Verdienst einer guten Arbeit an der Basis. Ein Kommentar von AZ-Journalist Nik Dömer.

Der Aargau im Freudentaumel: Baden (oben) und Muri (unten) bejubeln den Aufstieg, die Sarmenstorfter Fans feiern am Cupfinal.

Die Zahlen sind eindrücklich: 900 Zuschauer sahen im Stadion Esp am letzten Freitag die Finalissima (in der 3. Liga!) zwischen dem FC Baden 2 und dem FC Frick. Am Tag darauf reisten 150 Fans mit dem FC Baden zum FC Paradiso ins Tessin, um dort den Aufstieg in die Promotion League zu bejubeln (im Hinspiel waren über 1300 Zuschauer im Esp). Zeitgleich fanden in den unteren Ligen beim FC Windisch (850 Zuschauer), beim FC Sarmenstorf (knapp 600 Zuschauer) und beim FC Muri (900 Zuschauer) Entscheidungsspiele vor grosser Kulisse statt. Zu erwähnen gäbe es auch noch den Aargauer Cupfinal, bei dem Ende Mai 2700 Zuschauer anwesend waren.

Keine Frage, der Fussball im Aargau hat momentan Hochkonjunktur. Gut möglich, dass einige Fussballfans keine Lust mehr auf die trostlose Nations League haben. Gut möglich aber auch, dass sich durch die zahlreichen Coronaschwierigkeiten im Amateurfussball in den letzten beiden Saisons Sehnsucht nach dem Provinzkick-Feeling angestaut hat.

Zumindest war bei Luigi Ponte, Präsident des Aargauer Fussballverbands, nach der Pokalübergabe am Samstagabend im Windischer Dägerli grosse Genugtuung zu erkennen. Es waren gewiss auch für ihn und den Verband zuletzt keine leichten Jahre. Bedingt durch Corona, aber auch durch fehlenden sportlichen Erfolg der Aushängeschilder.

Umso schöner nun aber dieses Schlussfeuerwerk. Mit dem FC Windisch (2. Liga inter), dem FC Muri (1. Liga) sowie dem FC Baden (Promotion League) steigen drei Teams auf, die durchaus das Potenzial mitbringen, um sich in einer höheren interregionalen Spielklasse zu etablieren. Nebenbei darf sich der Aargauer Fussball auch auf eine regionale Zweitliga freuen, die mit den Neulingen FC Baden 2, dem FC Rothrist sowie dem FC Klingnau an Niveau zulegen wird.

Die Entwicklung in dieser Saison verdeutlicht, auch wenn der FC Aarau in den letzten Jahren zweimal schmerzlich den Aufstieg verpasst hat und Corona nebenbei für Saisonabbrüche sorgte, der Fussball-Euphorie im Kanton hat dies keinen Abbruch getan. Viel eher wächst sie unerbittlich weiter. Dank guter Arbeit an der Basis und darüber hinaus. Der Fussball im Aargau lebt.

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